Freiwillige Feuerwehr
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3.000 Liter Essigsäure laufen aus -
Gefahrgut-Übung der
Umwelteinheit "Südschiene" in Glandorf

Zur Bekämpfung von Unglücksfällen im Zusammenhang mit gefährlichen Gütern und Stoffen haben sich die "Südkreis-Gemeinden" Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter in der sogennanten "Umwelteinheit Südschiene" zusammengeschlossen. Die alljährliche Großübung dieser Einheit fand dieses Mal in Glandorf statt.

Am Donnerstag, dem 10.05.2007 rückten von der Feuerwehr Dissen der Rüstwagen RW 2 und das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 zu der Firma B. Braun Medizintechnologie GmbH an der Kattenvenner Str. in Glandorf aus. Dort war es beim Entladen eines LKW zu einem folgenschweren Betriebsunfall gekommen.

Drei mit je 1000 Litern 99,9 %iger Essigsäure gefüllte Lagerbehälter waren Leck geschlagen und liefen auf dem Betriebshof aus. Der LKW-Fahrer, der sich zum Unfallzeitpunkt noch auf der Ladefläche befand, hatte keine Möglichkeit sich selbst zu befreien und verlor bereits nach kurzer Zeit wegen der gefährlichen Dämpfe das Bewusstsein.

Aufgrund der akuten Gefahr, die von dem entweichenden Stoff ausging, wurden sofort die Feuerwehren aus Glandorf und Schwege alarmiert. Im gleichen Zug ging die Alarmmeldung an die Umwelteinheit Südschiene einschließlich des Gerätewagen-Gefahrgut (GWG) Belm und der IuK-Gruppe/ELW 2 Süd raus.

Dies war das grobe Drehbuch einer nicht alltäglichen Übung, die der Glandorfer Ortsbrandmeister Hubert Johannpötter, selbst Mitarbeiter der Firma Braun, zusammen mit seinem "Regieteam" ausgearbeitet hatte.

Bereits 6 Minuten nach dem Alarm traf das TLF 16 aus Glandorf, dicht gefolgt vom Glandorfer ELW an der Einsatzstelle ein. Nach kurzer Klärung der Lage wurde sofort ein Trupp unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung zum LKW vorgeschickt.

Die Rettung der bewusstlosen Person gestaltete sich zunächst recht schwierig, da der Patient sehr ungünstig auf der Ladefläche des LKW lag. Die komplett abgesackte Hebebühne machte es dem Angriffstrupp sehr schwer, auf die Ladefläche zu gelangen. Kurze Zeit später war der Verletzte jedoch in Sicherheit gebracht und konnte versorgt werden.

Anhand des sehr ausführlichen Alarmplanes der Fa. Braun und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle wurden sehr zügig Einzelheiten und empfohlene Maßnahmen im Zusammenhang mit der auslaufenden Essigsäure bekannt. Als sehr hilfreich erwies sich hier das eingerichtete Gefahrstoffregister, welches sämtliche Sicherheitsdatenblätter und umfangreiches Informationsmaterial beinhaltet.

So wurde der Werfer des TLF 16 zum Niederschlagen der Dämpfe in Stellung gebracht. Bereits 27 Minuten nach dem Alarm traf mit dem GWG Belm das letzte Fahrzeug der Umwelteinheit Südschiene ein, sodass die Einheit komplett vor Ort war.

Nachdem die ersten Trupps unter CSA erkundet hatten, dass es nicht möglich war, die lecken Stellen abzudichten, beschloss die Einsatzleitung, dass die gesamten 3000 Liter Essigsäure umgepumpt werden müssen.

Insgesamt waren 8 Trupps unter Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) und 5 weitere Trupps unter Pressluftatmer nötig, um die Flüssigkeit in spezielle Behälter, die sich auf dem Belmer GWG befinden, umzufüllen.

Über den enormen logistischen und personellen Aufwand, der für einen derartigen Unfall notwendig ist, informierte sich auch Geschäftsführer Stefan Freundel zusammen mit seinem Sicherheitingenieur Heinz-Werner Rösen. Wie es auch im Ernstfall erforderlich wäre, unterstützen und berieten sie während des Einsatzes die Einsatzleitung in vollem Umfang.

Gegen 20 Uhr kam dann von der Einsatzleitung die Durchsage "Übung beendet". Nachdem alle Materialien wieder auf den Fahrzeugen verstaut waren, bedankte sich zunächst Hubert Johannpötter bei allen Einsatzkräften für die gute Zusammenarbeit und lobte das Geleistete. Auch Geschäftsführer Stefan Freundel zeigte sich sehr zufrieden und sichtlich beeindruckt von der Schlagkraft der Umwelteinheit.


Text, Fotos: Frank Andiel (FF Glandorf), Daniel Kleekamp